Baden-Württemberg als Studienziel weiter attraktiv

Wenn auch Studiengebühren für einen Rückgang sorgen

Den Rückgang der Studentenzahlen von rund 20 Prozent im aktuellen Wintersemester 2017/18 hat die Landesregierung von Baden-Württemberg durch die Einführung der Gebühren für internationale Studierende so erwartet. „Die Attraktivität Baden-Württembergs als Studienziel ist ungebrochen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Junge Menschen aus der ganzen Welt kommen gerne zu uns und nutzen die hervorragenden Studienbedingungen und die Qualität an unseren Hochschulen. Mit der Einführung moderater und sozial verträglicher Gebühren für internationale Studierende haben wir eine mutige Entscheidung getroffen, die wichtige Weichen für die Zukunft stellt: Mit den Gebühren werden wir langfristig die Internationalisierung unserer Hochschulen stärken, indem wir sie in die Lage versetzen, ein optimales Betreuungs- und Lehrangebot für internationale Studierende zu schaffen.“ Damit werde Baden-Württemberg langfristig eine noch stärkere Anziehung entfalten.

Lehre am KIT: Blick in einen Hörsaal  Foto: KIT
Lehre am KIT: Blick in einen Hörsaal  Foto: KIT

Immerhin waren es zu Beginn des Semetsters über 5.000 noch neue Einschreibungen von internationalen Studierenden aus Nicht-EU-Staaten. Das liege im erwarteten Umfang, so Wissenschaftsministerin Theresia Bauer: „Die Zahl der internationalen Studierenden in Baden-Württemberg steigt seit vielen Jahren so massiv, dass auch der neue Wert noch über dem Niveau des Wintersemesters 2011/12 liegt.“ Der Rückgang entspreche auch dem temporären Nachfragerückgang, wie er in anderen Ländern eingetreten sei, in denen internationale Studierende einen Beitrag leisten.

„Die internationalen Erfahrungen bei der Einführung von Gebühren für internationale Studierende zeigen, dass dieser Nachfragerückgang zunächst rund 20 Prozent beträgt und nach drei bis vier Jahren wieder ausgeglichen sein wird“, so Bauer. Die allermeisten internationalen Studierenden in Baden-Württemberg kommen aus Ländern, in denen die Studiengebühren mindestens genauso hoch, meist aber viel höher sind.

Lehre und Forschung am KIT  Foto: KIT
Lehre und Forschung am KIT  Foto: KIT

Die größten Gruppen internationaler Studierender in Baden-Württemberg kommen aus China und – mit Abstand – Indien (zusammen 30 Prozent). In beiden Ländern müssen Studierende jeweils hohe Studiengebühren bezahlen; in China bis zu 8.000 Euro pro Jahr, in Indien bis zu 10.000 Euro pro Jahr.

Entwicklungen an den Hochschulen sehr unterschiedlich

An den Kunst- und Musikhochschulen wird das Vorjahresniveau im Landesdurchschnitt annähernd gehalten (Rückgang um 3,2 Prozent). Universitäten und die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (inklusive Duale Hochschule Baden-Württemberg) verzeichnen aktuell einen Rückgang von 23,1 Prozent beziehungsweise 21,4 Prozent - unter anderem am KIT (1,098 Vorjahr/753 aktuell), Hochschule Karlsruhe (105/59). Die Pädagogischen Hochschulen verzeichnen sogar einen Zuwachs um 7,0 Prozent – allerdings auf sehr niedrigem Niveau.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer informieren Foto: LPK
Gaben aktuelle Zahlen rund um die Studiengebühren bekannt: Ministerpräsident
Winfried Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer informieren  Foto: LPK

Auffällig ist, dass es sich bei den ersten Zahen um ein sehr heterogenes Ergebnis handelt: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen auch innerhalb einer Hochschulart und in der regionalen Verteilung sind sehr groß. In allen Hochschularten haben manche Hochschulen die Zahl internationaler Studierender annähernd gehalten, wie die Universität Mannheim (- 2 Prozent), oder sogar gesteigert, wie die Hochschule Nürtingen (+ 31 Prozent). An der Musikhochschule Karlsruhe hat sich die Zahl um 45 Prozent erhöht. An manchen Hochschulen gehen die Zahlen nur unterdurchschnittlich zurück, wie an der Universität Hohenheim (- 7,3 Prozent). Es gibt ebenso Hochschulen wiederum jeder Hochschulart, die überdurchschnittliche Rückgänge verzeichnen. „Offenbar spielen hochschulspezifische Gründe – von der Gestaltung des Zulassungsverfahrens bis zum konkreten Studienangebot – eine nicht zu unterschätzende Rolle“, so die Ministerin. „Weder der jeweilige Standort noch die Hochschulart sind ausschlaggebend. Es gibt auch keine Stadt-Land-Differenz. Weil es kein Muster gibt, werden wir jetzt mit den Hochschulen die Gründe analysieren, sie beraten und wo erforderlich nachsteuern.“

Unterstützung für diejenigen, die es brauchen

„Mit der Einrichtung einer Programmkomponente des Baden-Württemberg-Stipendiums gezielt für Studierende aus den ärmsten Ländern der Welt ermöglichen wir dieser Gruppe stärker als zuvor, nicht nur gebührenfrei, sondern auch mit einer finanziellen Unterstützung für den Lebensunterhalt an einer Hochschule bei uns zu studieren“, so Ministerpräsident Kretschmann. (ps/jow)

 

Infos: Zum Wintersemester 2017/2018 wurden erstmals Studiengebühren für Internationale Studierende (1.500 Euro pro Semester) aus Nicht-EU/EWR-Staaten und für Studierende, die ein Zweitstudium beginnen (650 Euro), eingeführt. Studierende, die von außerhalb der EU zum Studieren nach Baden-Württemberg einreisen, werden zu einem moderaten Eigenbeitrag verpflichtet. Das bedeutet: Alle, die ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft in Deutschland haben, fallen – ungeachtet von Herkunft und Nationalität – wie auch Bildungsinländer nicht unter die Regelung. Schließlich tragen im Gegensatz zu Bildungsinländern, die das Hochschulsystem über ihre Steuern und Abgaben komplett finanzieren, internationale Studierende nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten.

Es wurden sehr detaillierte Ausnahmen und Befreiungsregeln geschaffen.

Im Vergleich mit anderen Ländern ohne allgemeine Studiengebühren bewegen sich die Gebühren eher am unteren Rand. So verlangt beispielsweise Schweden zwischen 9.000 und 20.000 Euro pro Jahr von internationalen Studierenden, obwohl es dort ebenfalls keine allgemeinen Studiengebühren gibt. Auch in Dänemark und Österreich werden Gebühren nur von internationalen Studierenden erhoben.

http://mwk.baden-wuerttemberg.de

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Anlaufstelle in Pune

 

Direkte Ansprechpartner
Die Kooperation zwischen Karlsruhe und dem indischen Pune ist einen Schritt weiter: Im Januar 2014 wurde im MCCIA Trade Tower, 403, Senapati Bapat Road, eine direkte Karlsruher Anlaufstelle in Pune eröffnet. Erste Ansprechpartner dort sind die Repräsentantinnen Iris Becker und Winnie Kulkarni von Let's Bridge IT, die rund um den Standort Karlsruhe informieren, aktiv Kontakte zu indischen Firmen halten - und dazu auch deutsche Firmen aus der TRK in und um Pune bekannter machen.


"Wir freuen uns, dass wir hier einen festen Standort haben. Das bringt unsere Kooperationen einen Schritt weiter", so der Tenor.
Auch von indischer Seite wurde dieses Engagement vor Ort schon mehrfach besonders gewürdigt: Eine gute Basis für weitere enge Kooperationen.

 

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