Kulturelle Highlights

Klassische Musik, Klassischer Tanz

Schwerpunkt des Mai-Programms im Stuttgarter "Theater am Faden" sind Konzerte mit klassischer indischer Musik. Vom 24. Mai bis 1. Juni 2014 finden als Höhepunkt des Frühjahrsprogramms die "Mumbai-Tage" statt - dabei gibt's sieben Konzerte mit bedeutenden Künstlern aus Mumbai, der indischen Partnerstadt Stuttgarts.

Konzert in Mumbai  Foto: jowapress.de
Konzert in Mumbai Foto: jowapress.de

Auszug aus dem Programmheft: Die klassische indische Musik ist modal und duldet im Grundsatz nur ein Melodieinstrument. Innerhalb eines von strengen überlieferten Regeln gesetzten Rahmens bietet sich ein breiter Raum für Interpretation. Im Solospiel arbeitet der Musiker einen musikalischen Gedanken auf dieser Grundlage aus und entwickelt diesen im zeitlichen Verlauf des Stückes aus dem Wechselverhältnis von Freiheit und Disziplin. Einen Dialog gibt es nur zwischen dem Melodie- und dem Rhythmusinstrument. Die Struktur der Melodie ist der Raga, dessen Skala jeweils aufsteigend und absteigend festgelegt ist. Er drückt eine bestimmte musikalische Stimmung aus und wird in der Regel einer Tageszeit, Jahreszeit oder sonstigen gefühlsstarken Ereignissen meist in der Natur zugeordnet. Der Raga ist eine Herausforderung an die schöpferische Kraft des Musikers. Sie besteht darin, charakteristische, abgewandelte und kontrastierende Phrasen dergestalt aneinanderzureihen, dass aus ihrem Zusammenspiel die individuelle Gestalt des Raga mit der Fortdauer der Musik immer deutlicher hervortritt.

 

In dieser Entfaltung einer tonräumlichen Skulptur und, daraus hervorgehend, einer spezifischen musikalischen Atmosphäre manifestiert sich der Raga. Am reinsten und eindringlichsten wird ein Raga im Alap entfaltet, dem nichtmetrisierten Anfangsteil einer Raga-Darbietung. Der Musiker beginnt, die Töne des gewählten Raga schrittweise und systematisch zum Grundton in Beziehung zu setzen, indem er einzelne Töne und kurze Phrasen zu einer melodiebildenden Linie reiht. Die feste, mit Fortdauer der Musik zunehmend ins Unterbewusstsein übernommene Bezugsebene des Borduns bewirkt dabei, dass man die Töne ‚sehen’ kann: Gleich einer Leinwand, auf welcher Striche, Linien und Figuren sichtbar werden, entstehen vor der schimmernden Fläche des Borduns Gestalten aus Klang. Mit der Kunst des Alap wurde in Indien eine einzigartige musikalische Darbietungsform von hoher Mitteilungskraft geschaffen. Die langsame, systematische und kontemplative Vortragsweise erlaubt auch dem Aussenstehenden, einen Raga nicht bloß zu hören, sondern ihn auch zu verfolgen, kennenzulernen und zu verstehen.

Schlaginstrumente in Nordindien sind die Tabla, das führende Perkussionsinstrument in der klassischen Musik, oder die Pakhawaj. Sie stehen gleichberechtigt neben dem Hauptinstrument und dürfen nicht als rhythmische Begleitung verstanden werden. Die Rhythmik der indischen Klassik ist der Melodieführung nicht untergeordnet, vielmehr gestaltet ein Perkussionist in dem System von rhythmischen Zirkeln, sog. Talas - in einem wechselseitigen Dialog - das Improvisationsspiel aktiv mit. Die meisten Talas der neueren indischen Musik gebrauchen zwischen drei und sechzehn Zählzeiten. Während sie der Melodie und dem Trommelspiel einige Freiheit gestatten, so halten sie doch das zeitliche Geschehen in der Musik mit systematischer Strenge zusammen. Die klassische indische Musik besteht in der Regel aus einem Hauptinstrument oder der Vokalstimme, ein bis zwei Perkussionisten, sowie als Untergrund zum Hauptinstrument Borduntöne, die von einer Tanpura hervorgebracht werden. Die Tanpura ist ein viersaitiges Instrument, das auf einen Grundton und Quinte, Quarte oder Septime gestimmt und gleichbleibend über die Länge des Konzerts gespielt wird. Dieses Instrument wird heute oft durch eine elektronische Tanpura ersetzt.

Infos: Mumbai-Tage
Sa 24.5., 20 Uhr und So 25.5., 11 Uhr Neela Bhagwat (Vocal), Rafik Ahmed (Sarangi), Saibal Chatterjee (Tabla), Leena Mohadikar (Tanpura) / Mi 28.5., 20. Uhr und Do 29.5., 11 Uhr Subrata De (Sitar), Jaffar Khan (Tabla) / Fr 30.5., 20 Uhr Mujtaba Hussain (Bansuri), Jaffar Khan (Tabla) / Sa 31.5., 20 Uhr und So 1.6., 11 Uhr Nawab Khan (Santoor), Shahid Khan (Sarangi), Salman Khan (Tabla), Imran Khan (Vocal) / Sa 3.5., 20 Uhr und So 4.5., 11 Uhr Somabanti Basu (Sarod), Suman Sarkar (Tabla) / Sa 10.5., 20 Uhr und So 11.5., 11 Uhr Subhankar Chatterjee (Vocal), Saibal Chatterjee (Tabla) / Sa 17.5., 20 Uhr und So 18.5., 11 Uhr Monalisa Ghosh (Odissi-Tanz) / www.theateramfaden.de

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Topbeitrag

Anlaufstelle in Pune

 

Direkte Ansprechpartner
Die Kooperation zwischen Karlsruhe und dem indischen Pune ist einen Schritt weiter: Im Januar 2014 wurde im MCCIA Trade Tower, 403, Senapati Bapat Road, eine direkte Karlsruher Anlaufstelle in Pune eröffnet. Erste Ansprechpartner dort sind die Repräsentantinnen Iris Becker und Winnie Kulkarni von Let's Bridge IT, die rund um den Standort Karlsruhe informieren, aktiv Kontakte zu indischen Firmen halten - und dazu auch deutsche Firmen aus der TRK in und um Pune bekannter machen.


"Wir freuen uns, dass wir hier einen festen Standort haben. Das bringt unsere Kooperationen einen Schritt weiter", so der Tenor.
Auch von indischer Seite wurde dieses Engagement vor Ort schon mehrfach besonders gewürdigt: Eine gute Basis für weitere enge Kooperationen.

 

International Convention Centre Complex,
Karlsruhe Cooperation & Marketing Office
Let's bridge IT, Ms. Iris Becker
MCCIA Trade Tower, ICC Complex, 403 A
A-Wing, Ground Floor
Senapati Bapat Road
Pune - 411016, Maharastra - India
Tel: +91 75 0782 7033